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Jun 10

Titan LNG als neuer Anbieter für Downstream- LNG-Produkte

Die neu gegründete niederländische Titan LNG beliefert Industrieuntermehmen mit verflüssigtem Erdgas (LNG).

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Titan LNG als neuer Anbieter für Downstream- LNG-Produkte

Amsterdam (energate) – Die neuge- gründete niederländische Titan LNG will vor allem Industrieunternehmen mit verflüssigtem Erdgas (LNG) beliefern. „Es gibt in Deutschland, aber auch Frankreich ein erhebliches Potenzial bei Unternehmen, die nicht an das Erdgasnetz angeschlossen sind“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Niels den Nijs zu energate. Den Nijs hat im Gashandel und Gasvertrieb bei Nuon und Cargill gearbeitet, ehe er mit seinem Geschäftspartner Ronald van Selm sowie einem Investor Titan LNG gegründet hat. Für Unternehmen, die bisher Öl oder Flüssiggas (LPG) genutzt haben, rechnet sich die Umstellung, da LNG trotz des Transportes von einem LNG-Terminal zum Kunden per LKW oder Container preiswerter ist, argumentiert den Nijs. Die Technologie ist verfügbar. Im LNG-Terminal Zeebrugge und vom kommenden Monat im französischen LNG-Terminal Montoir-de-Bretagne lässt sich Erdgas in Tankwagen umladen. Ab Januar 2014 wird die Technologie auch im niederländischen Gate-Terminal in Rotterdam eingesetzt sein. Derzeit muss der Transport ausschließlich per LKW erfolgen. Deutlich billiger wird es, wenn ein Transport auch mit Schiffen auf dem Rhein möglich ist. Dazu fehlen aber noch die entsprechenden Genehmigungen. Eine Umladung auf kleine LNG-Schiffe ist zurzeit schon in Zeebrugge möglich.

Titan LNG will Komplettlösungen für die Belieferung von sogenannten „Satellitenanlagen“ anbieten, die nicht an das Erdgasnetz angeschlossen sind, und arbeitet an ersten Angeboten. Neben dem industriellen Sektor ist auch der Transportsektor interessant. In den Niederlanden fahren die ersten LNG-betriebenen LKW und auch die ersten LNG-betriebenen Schiffe sind in Europa im Betrieb. Aber aus Sicht von den Nijs wird es noch dauern, bis im Transportsektor größere Mengen nachgefragt werden. Im Bereich der küstennahen Schifffahrt und Binnenschifffahrt wird zwar die Begrenzung des Schwefelgehalts im Treibstoff auf 0,1 Prozent ab 2015 einen Markt für LNG eröffnen, doch die Umrüstung der Schiffe und der Bau von Bunkeranlagen ist teuer und benötigt Zeit. Die Begrenzung des Schwefelgehalts gilt für „Emission Control Aeras (SECA)“ in der Nord- und Ostsee sowie im Ärmelkanal. Sogenannte kleine LNG-Lösungen sind in Nordeuropa bisher ein Nischenmarkt mit wenigen Anbietern.

Shell versucht den Markt zu entwickeln und hat im vergangenen Jahr den norwegischen Spezialisten Gasnor übernommen (energate berichtete). Die belgische Eni Distrigas ist ebenfalls in dem Bereich tätig. In südlichen Ländern wie Spanien und der Türkei besteht derzeit schon ein größerer Markt für LNG als Alternative zu LPG und Heizöl. Den Nijs ist der festen Überzeugung, dass sich der Markt in Nordeuropa entwickeln wird: LNG sei deutlich kostengünstiger und wesentlich umweltfreundlicher als Ölprodukte, die derzeit häufig verwendet werden.